Schon seit meiner Kindheit habe ich eine enge Verbindung zu Tieren. Der Wunsch, ihnen zu helfen, entwickelte sich jedoch erst später. Als unser Landseer im Alter zunehmend an Kraft in der Hinterhand verlor, stellte ich mir die Frage, ob man ihm früher hätte helfen können. Doch der Gedanke, physiotherapeutisch zu arbeiten, wurde für mich erst durch meine Tinkerstute zur Herzensangelegenheit.
Ich lernte sie in meiner Kindheit auf einem Reiterhof kennen, doch sie wurde verkauft, bevor ich eine enge Bindung aufbauen konnte. Durch ein glückliches Schicksal – oder besser gesagt durch meine Schwester – traf ich sie nach dreieinhalb Jahren wieder. Trotz ihrer Krankheit entschied ich mich, sie zu kaufen. Sie hatte einen unbehandelten Meniskusschaden und zusätzlich damit einhergehend eine fortgeschrittene Arthrose, was eine düstere Prognose mit sich brachte.

Mit viel Geduld, tierärztlichen Rat und gezielter therapeutischer Unterstützung begann ich, sie langsam wieder aufzubauen. Gegen alle Erwartungen zeigte sie immer mehr Lebensfreude. Heute ist sie mein täglicher Antrieb, auch wenn die nasskalten Monate für sie weiterhin eine Herausforderung sind. Durch angepasstes Training und viel Achtsamkeit kommen wir jedoch gemeinsam durch jede Jahreszeit.

Meine Tinkerstute hat mir eines gelehrt: Niemals aufzugeben, selbst wenn die Prognose schlecht ist.
Natürlich müssen die Umstände, die Geschichte und die Möglichkeiten jedes Tieres individuell betrachtet werden, doch mein Glaube daran, dass jedes Tier eine Chance verdient hat, bleibt unerschütterlich.
Diese Erfahrungen und meine Freude an der therapeutischen Arbeit mit Tieren führten mich schließlich zu meiner Ausbildung an der ATM. Heute übe ich meinen Beruf mit Hingabe aus, um Tieren die Unterstützung und Lebensqualität zu geben, die sie verdienen.

